Badumbau mit Pflegekassen-Zuschuss - ab Pflegegrad 1Badumbau mit Pflegekassen-Zuschuss - ab Pflegegrad 1

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Die Mutter lebt in einem Siedlungshäuschen aus den 60er Jahren. Da möchte sie auch so lange wie möglich bleiben. Hier kennt sie alles und jeden, den Laden an der Ecke, die Nachbarn und Ärzte. Leider hat das Bad nur eine Wanne, und der Platz für eine zusätzliche Dusche fehlt. Mit über 80 Jahren klettert Ihre Mutter nicht mehr gefahrlos über den hohen Wannenrand und die selbstständige Körperpflege wird zum Problem. Die gute Nachricht: Sie hat den Pflegegrad 1 zugesprochen bekommen. Die Leistungen sind bei dieser Einstufung zwar überschaubar. Aber jedem Pflegebedürftigen steht ein Zuschuss der Pflegekasse bis zu 4.000 Euro für Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zu. So soll es Senioren ermöglicht werden, möglichst lange im vertrauten Umfeld leben zu können. Mit diesem Zuschuss lassen sich die gefährlichen Barrieren im Bad entschärfen und beispielsweise die alte Wanne zur begehbaren Dusche umbauen.

Übrigens: Nicht nur Wohn-Eigentümer sondern auch Mieter können die Wohnung mit Zuschuss barrierearm umbauen lassen, lesen Sie mehr >> 



Tipps: 4000 Euro Zuschuss ohne Eigenanteil

Die Zuschüsse der Pflegekassen für Maßnahmen zur Wohnumfeld-Verbesserung des Pflegebedürftigen werden ohne einen Eigenanteil des Pflegebedürftigen gezahlt. Wer das Geld für eine einzige Maßnahme nicht benötigt, braucht keine Angst zu haben, dass der Rest verfällt. Der Restbetrag kann für weitere Anpassungen verwendet werden, die nicht im Zusammenhang stehen müssen.

Beispiel: 3000 Euro für den Einbau einer Badewannentüre +  1000 Euro für eine fest installierte Rampe.

Die verschiedenen Einzelmaßnahmen gelten dann als eine Maßnahme im Sinne des Gesetzes.

 

Wenn sich die Pflegesituation oder der Gesundheitszustand ändert, und weitere Anpassungen notwendig sind, handelt es sich um eine neue Maßnahme. Dann können Sie die 4000 Euro erneut beantragen.

 

Wichtig: Der Zuschuss muss vor Beginn der Maßnahme mit einem Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse beantragt werden. Die schaltet eventuell den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) ein.


Was wird finanziert?

Mit einem Zuschuss bis zu 4000 Euro werden von der Pflegekasse Maßnahmen gefördert, die die Wohnung an die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen anpassen. Die Umbaumaßnahmen sollen dem Pflegebedürftigen ein selbstständiges Leben in seinem vertrauten Wohnumfeld ermöglichen.

  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind ein wesentlicher Eingriff in die Bausubstanz und/oder werden der Gebäudesubstanz auf Dauer hinzugefügt. (z. B. Einbau einer begehbaren Seniorendusche).
  • Zu den Wohnumfeldverbessernden Maßnahmen gehören auch technische Hilfen im Haushalt (z. B. Umbau der Küche individuell angepasst an die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen).

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, was gehört dazu?

Beispiele für den Außenbereich

  • Einbau eines Personenaufzuges in einem eigenen Haus
  • Anpassung eines vorhandenen Aufzuges an die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers:
    Dazu gehört  ein ebenerdiger Zugang, Vergrößerung der Türen, Schalterleiste in Greifhöhe
  • Einrichtung von Sitzplätzen, Installation von Haltestangen,
  • Treppenlifte, Treppensitzlifte, Hebebühnen
  • ebenerdiger Zugang, Rampen

 

Treppenumbauten

  • Installation von ausreichend langen Handläufen auf beiden Seiten
  • farbige Markierungen an den Vorderkanten der Stufe

 

Beispiele für den Wohnbereich

Allgemein

  • Schaffung von Bewegungsflächen durch Installation der Waschmaschinenanschlüsse in der Küche,
    anstatt im Bad (Aufwendungen für Verlegung von Wasser- und Stromanschlüssen)
  • Änderung des Bodenbelags um Stolperquellen, Rutsch - und Sturzgefahren zu beseitigen
  • Veränderung der Heizung
  • Änderung Lichtschalter/Steckdosen, Heizungsventile in Greifhöhe
  • Reorganisation der Wohnung (Stockwerktausch)
  • im eigenen Haus: Treppenlifte, Sitzlifte
  • Türvergrößerung, Abbau von Türschwellen, Türanschläge
  • Fenstergriffe auf Greifhöhe
  • Hausnotruf

 Bad

  • Einbau eines nicht vorhandenen Bades/WC,
  • Umbau der Armaturen,
  • Badewanneneinstiegshilfen, Badewannentüren (Änderung der Bausubstanz), siehe auch Bad ohne Barrieren>>
  • Rutschhemmende Bodenbeläge, insbesondere in der Dusche,
  • Duschplatz (Umbau der Wanne zur Dusche), wenn die Badewanne nicht mehr genutzt werden kann,
  • Anpassung der Höhe von Einrichtungsgegenständen
  • Höhenverstellbarer Waschtisch
  • Höhenverstellbares WC

Schlafzimmer

  • Behindertengerechter Bettzugang
  • Rutschhemmender Bodenbelag
  • Lichtschalter/Steckdosen vom Bett aus zu erreichen

 Küche

  • Umbau der Armaturen,
  • Rutschhemmender Bodenbelag,
  • Mit Rollstuhl unterfahrbare Kücheneinrichtung
  • motorisch betriebene Absenkung von Küchenhängeschränken


Umzug ins Erdgeschoss

Eine Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes eines Pflegebedürftigen liegt auch vor, wenn die Person von einem Stockwerk in ein anderes umziehen muss. Beispielsweise vom Obergeschoss in das Erdgeschoss. In diesem Fall kann die Pflegekasse die Umzugskosten bezuschussen.

 

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und Hilfsmittel sind kombinierbar

Zu den Zuschüssen der Pflegekasse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes können gleichzeitig  mit Hilfsmitteln nach § 33 SGB V (Zuständigkeit Krankenkasse) und  Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 1 SGB XI beantragt werden.

Z. B. kann die Pflegekasse als Wohnumfeldverbesserung den Wannenumbau zur begehbaren Dusche bezuschussen und die Krankenkasse nach § 33 SGB V die Kosten für einen Duschsitz und Haltegriffe übernehmen.

 

Zuschuss bei Neubauten

Wird die wohnumfeldverbessernde Maßnahme in  einem Neubau eingeplant und eingebaut, können auch hier die entstandenen Mehrkosten bezuschusst werden. (z. B. Mehrkosten für den Einbau breiterer Türen oder den Einbau einer bodengleichen Dusche anstelle einer Duschwanne). In der Regel werden nur die Mehrkosten für die Materialkosten bezuschusst. Mehrkosten für den Arbeitslohn und sonstige Dienstleistungen werden nur berücksichtigt, wenn sie eindeutig auf die Wohnumfeldverbessernde Maßnahme bezogen sind.

 

Berücksichtigungsfähige Kosten

  • Vorbereitungsplanung, Beratungskosten
  • Materialkosten (auch bei Ausführung durch Nichtfachkräfte),
  • Arbeitslohn und ggf.
  • Gebühren (z. B. für Genehmigungen)
  • Wird die Maßnahme von Angehörigen, Nachbarn oder Bekannten ausgeführt, sind nur die tatsächlichen Aufwendungen
    (z. B. Fahrkosten, Verdienstausfall) zu berücksichtigen.

 

Zuschuss für Umbaumaßnahmen in Wohnungen, in denen mehrere Pflegebedürftige wohnen

Wenn beide Ehepartner einen Pflegegrad haben, können sie für eine Umbau-Maßnahme bis zu 8.000 Euro erhalten (jeder 4000 Euro).

Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung, dürfen die Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des gemeinsamen Wohnumfeldes einen Betrag in Höhe von 4.000 Euro je Pflegebedürftigem nicht übersteigen. Der Gesamtbetrag je Maßnahme nach Satz 3 ist auf 16.000 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier Anspruchsberechtigten anteilig auf die Versicherungsträger der Anspruchsberechtigten aufgeteilt.

 

Die Umgestaltung von bestehenden Flächen zu Gemeinschaftsräumen oder Schaffung von Gemeinschaftsräumen kann bei nicht ausreichenden Zuschüssen mit dem Kredit der KfW 159 "Altersgerecht umbauen" finanziert werden.

 

Diese Umbauten werden nicht als Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bezuschusst:

  • Ausstattung der Wohnung mit einem Telefon, einem Kühlschrank, einer Waschmaschine,
  • Verbesserung der Wärmedämmung und des Schallschutzes,
  • Reparatur schadhafter Treppenstufen,
  • Brandschutzmaßnahmen,
  • Herstellung einer funktionsfähigen Beleuchtung im Eingangsbereich/Treppenhaus,
  • Rollstuhlgarage,
  • Errichtung eines überdachten Sitzplatzes,
  • elektrischer Antrieb einer Markise,
  • Austausch der Heizungsanlage, Warmwasseraufbereitung,
  • Schönheitsreparaturen (Anstreichen, Tapezieren von Wänden und Decken, Ersetzen von Oberbelägen),
  • Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden,
  • Allgemeine Modernisierungsmaßnahmen.

Besonderheiten und sonstige Hinweise