Hilfsmittel

Hilfsmittel zahlt die Krankenkasse, das heißt, sie stehen jedem Kranken zu, wenn er die Voraussetzung für die Anschaffung erfüllt.

Hilfsmittel in Anspruch nehmen

Kranke bezahlen häufig Hilfsmittel wie Rollatoren oder Einlagen und spezielle Schuhe aus eigener Tasche, weil sie nicht wissen, dass sie bei nachgewiesenem Bedarf einen Anspruch darauf haben. Sparen Sie Geld und lassen Sie alle Hilfsmittel von der Krankenkasse  genehmigen. So müssen Sie nur die gesetzliche Zuzahlung (maximal 10 Euro pro Hilfsmittel) leisten. Hörgeräte müssen nicht vorab genehmigt werden. Dafür gibt es einen festgelegten Höchstbetrag von der Krankenkasse (1.500 Euro je Ohr).

 

Hilfsmittel müssen von der Krankenversicherung genehmigt werden, damit Sie die entsprechenden Zuschüsse erhalten. Hilfsmittel sind in der Regel beweglich (oder leicht abmontierbar) und greifen nicht nachhaltig in die vorhandene Bausubstanz ein. Ein Haltegriff würde von der Krankenkasse als Hilfsmittel bezuschusst. Der Umbau der Wanne zur Dusche wird ebenfalls bezuschusst, allerdings nicht als Hilfsmittel. Er fällt unter Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, die bei der Pflegekasse beantragt werden müssen.

Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbands bietet eine Übersicht der gelisteten Produktgruppen.

Das Hilfsmittelverzeichnis unterscheidet zwischen Hilfsmittel (Produktgruppe 01 bis 33) und Pflegehilfsmittel (ab Produktgruppe 50).

Hilfsmittelverzeichnis >>


Wie wird ein Hilfsmittel beantragt?

  1. Informieren Sie sich bei Spezialisten (im Sanitätshaus) umfassend über das benötigte Hilfsmittel, z. B. einen Toilettenstuhl. Ist ein passendes Modell gefunden, das auch die Kasse übernimmt, formuliert das Sanitätshaus einen Produktvorschlag für den behandelnden Arzt. Sie können natürlich auch direkt zum Arzt gehen, um sich das Hilfsmittel verordnen zu lassen.
  2. Mit einer Hilfsmittel-Produktbezeichnung kann der Arzt eine Verordnung ausstellen, auf der er die medizinische Notwendigkeit des Hilfsmittels vermerkt. Auch die medizinische Diagnose muss auf der Verordnung genannt sein. Enthält die Verordnung keine Produktbezeichnung, stellt die Krankenkasse ein beliebiges Modell zur Verfügung.
  3. Reichen Sie das Rezept bei der Krankenkasse ein und warten Sie auf die Genehmigung.
  4. Wenn die Krankenkasse das Hilfsmittel bewilligt hat, können Sie das Hilfsmittel im Sanitätshaus bestellen.
  5. Das Sanitätshaus liefert Ihnen das Hilfsmittel auf Wunsch nach Hause, zeigt Ihnen die Handhabung und ist für Reparaturen zuständig.
  6. Sie bezahlen nur die gesetzliche Zuzahlung (pro Hilfsmittel maximal 10 Euro).

Hilfsmittel-Zuzahlung und Instandhaltung

  • Kosten-Info: Die Krankenversicherung zahlt nur den Preis, den Sie mit dem Vertragspartner (dem Lieferanten des Hilfsmittels) vereinbart hat. Darüber hinausgehende Kosten müssen vom Versicherten selbst bezahlt werden. 
  • Selbstbeteiligung: Versicherte zahlen mindestens 5 und höchstens 10 Euro pro Hilfsmittel selbst. Der Zuzahl-Betrag ist nie höher als die Kosten für das Hilfsmittel.
  • Sonderfall: Bei Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind (z. B. Spritzen) zahlen Versicherte 10 Prozent der Kosten pro Packung dazu – aber maximal 10 Euro.
  • Reparatur und Ersatzbeschaffung: Die Krankenversicherung beteiligt sich auch an Reparaturen der Hilfsmittel oder einer Ersatzbeschaffung. Versicherte haben einen Anspruch auf eine Schulung im Umgang mit den Hilfsmitteln.
  • Technische Überprüfung: Bei medizinischen Geräten kommt die Krankenkasse auch für die regelmäßige technische Überprüfung und Wartung auf.
  • Betriebskosten: Für bewilligte Hilfsmittel übernimmt die Krankenkasse die Betriebskosten (z. B. Strom und Haftpflichtversicherung für einen Elektrorollstuhl)