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Höheres Erbe für pflegende Angehörige

Gerechte Lösung für Kinder die ihre Eltern pflegen

Oft fühlen sich Kinder, die die Pflege der Eltern übernehmen, ihren Geschwistern gegenüber benachteiligt. Dr. Andreas Albrecht, Notar aus Regensburg: „Seit Anfang 2010 gibt es im BGB einen neuen Paragrafen, wonach Kinder, die einen Angehörigen länger gepflegt haben, bei der Erbfolge besser gestellt sind, auch wenn kein Testament vorliegt.“ Das pflegende Kind könne bei der Verteilung des Erbes verlangen, einen höheren Bruchteil zu erhalten, als ihm bei normaler Erbfolge zustehe. Wie hoch dieser ausfalle, hänge etwa vom Vermögen des Verstorbenen und dem Aufwand der Pflege ab. (Quelle Hallo München)

Pflegetagebuch führen

Ein Nachweis über die erbrachten Pflegezeiten zeigt den Angehörigen auf, wie hoch der Zeitaufwand und eventuell sogar die finanziellen Aufwendungen waren, die das pflegende Familienmitglied erbracht hat.

Obwohl es keine klare gesetzliche Regelung über die Nachweisführung gibt, ist es empfehlenswert, ein ausführliches Pflegetagebuch zu führen. Darin sollte jede Pflegeleistung exakt mit Datum und Uhrzeiten dokumentiert werden. Belege über finanzielle Auslagen können ebenfalls enthalten sein. Zusätzlich sei es ratsam, einzelne Einträge vom Pflegebedürftigen gegenzeichnen zu lassen. Auch wenn es zunächst leider sehr bürokratisch ist – am Ende bringt es Rechtssicherheit für alle Beteiligten. Denn ohne Beweis könne der Pflegende, im Fall eines Einspruchs von anderen Erbberechtigten, seinen Anspruch nicht richterlich geltend machen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Susi (Dienstag, 26 September 2017 10:06)

    Das finde ich richtig. Wer die Eltern pflegt, sollte das auch angerechnet bekommen. Warum sollten die anderen Erben, die nur an Weihnachten oder am Geburtstag zu Besuch kommen und sich sonst um nichts kümmern, gleich gesetzt werden, mit denen, di die ganze Arbeit machen?

  • #2

    Maggie (Samstag, 29 September 2018 13:27)

    In diesem Bereich "Pflege der Eltern" und gerechten Ausgleich gibt es großen Handlungsbedarf.
    Ich sollte das Haus meiner Eltern für die Pflege bekommen. Nach einem Zusammenbruch konnte mein Vater leider das nicht mehr schriftlich fixieren. Die Aufzeichnungen meiner Mutter sind verschwunden.
    Bei der 2-jährigen 24 h-Intensivpflege vom Vater nach Versterben meiner Mutter war keine Zeit für Führen von Tagebuch. Kochen, Essensgabe und trinken geben in kleinsten Mengen über den Tag verteilt, da Verschluckgefahr (Vater hatte die Legung einer Sonde verfolgreich verweigert) , das Lagern und saubermachen (Windelwechsel wurde hauptsächlich von Pflegedienst gemacht). Nun erklären mir meine Miterben, ich hätte ihn ja nur vor den Fernseher rollen brauchen. Er starb mit 96 Jahren. Prozess steht an.

  • #3

    Maggie (Samstag, 29 September 2018 13:33)

    Nachtrag:

    Als Angehörige sollte man heutzutage VOR der Pflege eines Angehörigen oder lieben Menschen
    tunlichst
    erst ein Jura - , ein Pflegerecht- und ein Betreuungsrecht-Studium
    abgeschlossen haben.