Übergangspflege

(kurzfristige Pflegebedürftigkeit ohne Pflegegrad) - Zuständigkeit Krankenkasse

Übergangspflege für Menschen ohne Pflegestufe oder Pflegegrad.

Diese Maßnahmen dienen der Überbrückung der Zeiten, in denen ein Patient nicht für sich selbst sorgen kann - beispielsweise nach einer Operation.  Ziel ist die Rückführung in ein selbständiges Leben ohne Pflege.


Übergangspflege (Unterstützungspflege)

Es gibt Fälle, in denen Menschen vorübergehend Pflege benötigen, ohne dass eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegt. Nach schwerer Erkrankung oder Eingriffen stellt die Entlassung aus dem Krankenhaus ältere Menschen und ihre Angehörigen oft vor große Probleme. Auf sich allein gestellt, können die Senioren ihren Alltag wie früher nicht alleine bewältigen. Die Übergangspflege ermöglicht eine nachhaltige Genesung, und Spielraum,  damit die nächsten Schritte mit der Familie in Ruhe geplant werden können.

 


Leistungen der Übergangspflege

  1. Häusliche Pflege: Für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen haben Sie Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege sowie auf eine Haushaltshilfe. Sind dabei Personen im Haushalt, die behindert und auf Hilfe angewiesen sind, kann die Haushaltshilfe auf bis zu 26 Wochen verlängert werden.
  2. Stationäre Pflege: Reichen diese Leistungen nicht aus, besteht sogar der Anspruch auf Aufnahme in eine Kurzzeitpflegeeinrichtung für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr. Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, Betreuung und Behandlungspflege bis zu einem Betrag von jährlich 1612 Euro.

Bestandteile der häuslichen Pflege:

  • Behandlungspflege
    Ziel der Behandlungspflege ist die Sicherung der ärztlichen Behandlung. Dazu zählen ausschließlich medizinische Hilfeleistungen, die nicht von einem Arzt erbracht werden müssen, wie Verabreichen von Injektionen, Verbandswechsel oder die Dekubitusversorgung.
  • Grundpflege
    Die Grundpflege beinhaltet pflegerische Leistungen im Bereich Körperpflege und Ernährung.
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
    Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst Aufgaben im Haushalt des Patienten, die seiner Versorgung dienen. Dazu zählen unter anderem die Zubereitung von Mahlzeiten, Einkaufen oder die Reinigung der Wohnung

Die häusliche Krankenpflege wird vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse genehmigt.
Vorausgesetzt: Im Haushalt lebt keine andere Person, die die Versorgung übernehmen kann.

Hinweis: Die hauswirtschaftliche Versorgung kann in der Regel nur in Zusammenhang mit einer Behandlungspflege verordnet werden.

 

Die häusliche Krankenpflege wird in der Regel für höchstens vier Wochen gewährt (Ausnahme siehe Sicherungspflege) - und es sind gesetzliche Zuzahlungen zu leisten.


Beantragung der Übergangspflege

Bei Personen, die nach einem Krankenhausaufenthalt zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim übergeben werden, stellt meist der Sozialdienst des Krankenhauses den Antrag auf Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad.
In allen anderen Fällen verschreibt ein Arzt die Übergangspflege. Sie muss von der Krankenkasse genehmigt werden. Die Krankenkasse gibt telefonisch Auskunft, ob ein spezielles Formular benötigt wird, oder ob ein Vordruck im Internet zum Download zur Verfügung steht.


Kostenübernahme Übergangspflege

Häusliche Pflege: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt normalerweise eine Haushaltshilfe unter zwei Voraussetzungen:

  1. Wenn im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist. Oder wenn ambulante oder stationäre Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen die eigene Haushaltsführung nicht möglich machen.

  2. Wenn im Haushalt ein Kind lebt, das zu Beginn der Pflegesituation das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, oder wenn Menschen mit Behinderungen im Haushalt leben, die auf Hilfe angewiesen sind.

Über den neu geregelten gesetzlichen Anspruch hinaus können die Kassen weiterhin freiwillig mehr erbringen. Die meisten Krankenkassen kümmern sich auch selbst um eine geeignete Person für die Haushaltshilfe. Auf diese Weise ersparen sie den Versicherten eine aufwendige Suche und unnötige Zusatzkosten. Einzelne erstatten jedoch nur die Beträge für eine selbst organisierte Kraft. Manche Krankenkassen zahlen auch, wenn ältere oder gar keine Kinder im Haushalt leben, wenn Versicherten wegen Krankheit die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist.

 

In folgenden Fällen werden die Kosten für die häusliche Krankenpflege von der Krankenkasse ebenfalls übernommen:

  • Sicherungspflege: Wenn mit der häuslichen Krankenpflege der ärztliche Behandlungserfolg gesichert wird, übernimmt die Kasse die Kosten für die Behandlungspflege,  so lange das medizinisch erforderlich ist.
  • Krankenhausvermeidungspflege: Wenn mit der häuslichen Krankenpflege ein Krankenhausaufenthalt ersetzt, vermieden oder verkürzt werden kann, übernimmt die Krankenkasse in der Regel bis zu vier Wochen die Kosten für Behandlungspflege, die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.

 


Stationäre Pflege: Reichen die Leistungen der häuslichen Krankenpflege nicht aus, besteht Anspruch auf Aufnahme in eine Kurzzeit-Pflegeeinrichtung für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr. Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, Betreuung und Behandlungspflege bis zu einem Betrag von jährlich 1.612 Euro.

 

Hinweis: Die Kosten für die Unterbringung und die Verpflegung in einer stationären Einrichtung müssen selbst getragen werden (Hotelkosten). Bei einer Aufnahme in eine Kurzzeit-Pflegeeinrichtung  übernimmt die Krankenkasse normalerweise nur die Kosten für die Pflege, die soziale Betreuung sowie die medizinische Behandlungspflege. 


Eigenleistungen Übergangspflege

Häusliche Pflege: Für die Leistungen der häuslichen Krankenpflege sind folgende Zuzahlungen (Eigenleistungen) gesetzlich vorgeschrieben:

  • Für jede Verordnung 10 Euro.
  • Für die ersten 28 Behandlungstage je Kalenderjahr 10 Prozent der Kosten.

Stationäre Pflege:

Die Kosten für die Entgeltbestandteile: Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten müssen komplett selbst bezahlt werden.

Wie hoch der zu zahlende Eigenanteil ist, erfahren Sie bei der jeweiligen Pflegeeinrichtung.

 

Sollten Sie diese Kosten nicht übernehmen können, wenden Sie sich bitte an den Ansprechpartner Ihrer Krankenkasse und 
beantragen Sie die Erstattung der Gesamtkosten gem. § 13 Abs. 3 SGB V oder bitten Sie um Nennung einer geeigneten Einrichtung, in der der Eigenanteil den Zuzahlungsregelungen des § 61 SGB V unterliegt.


Info Links:

Reha -  (kurzfristige Heilbehandlung) - Zuständigkeit Krankenkasse

Medikamente und Hilfsmittel vom Krankenhaus verordnen lassen.

Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad - (langfristige Pflegebedürftigkeit)

Pflegegrad beantragen - Zuständigkeit Pflegekasse, Ansprechpartner bei der jeweiligen Krankenkasse

Was ist Behandlungspflege?