Verhinderungspflege

Pflege im häuslichen Umfeld bei Ausfall der Hauptpflege-Person

Macht die private Pflegeperson (häusliche Pflege) Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten der Ersatzpflege. Diese sogenannte Verhinderungspflege im häuslichen Umfeld kann durch einen ambulanten Pflegedienst, Einzelpflegekräfte, ehrenamtlich Pflegende oder nahe Angehörige erfolgen.

Eine Ersatzpflege ist bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem können bis zu 50 Prozent (806 Euro) des Kurzzeitpflege- Anspruchs zusätzlich für Verhinderungspflege beantragt werden.

Die sechs Wochen Verhinderungspflege müssen Sie nicht zusammenhängend beantragen. Auch kurze Zeiträume können überbrückt werden. Sie können die Leistung sogar stundenweise in Anspruch nehmen.

Zu den Voraussetzungen und Möglichkeiten berät Sie der Pflegeberater Ihrer Krankenkasse.


Die Verhinderungspflege kann mit der Kurzzeitpflege kombiniert werden.

Seit dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege kann dadurch auf maximal 150 Prozent des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

 

Unterschied zwischen Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

  • Die Verhinderungspflege findet im häuslichen Umfeld statt.
  • Die Kurzzeitpflege ist eine stationäre Pflege und kann nur in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung durchgeführt werden.

Pflegegrad


1


2-5


Leistungen bei Verhinderungspflege

Maximale Leistungen pro Kalenderjahr in Euro


**  Leistungen nach § 28a SGB XI. (Entlastungsbeitrag)


1.612 Euro   für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu sechs Wochen



Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Voraussetzung für Verhinderungspflege

Der Pflegebedürftige muss durch eine private Pflegeperson (Angehörige, Bekannte) mindestens 6 Monate betreut worden sein. Der Beginn der Pflegezeit wird meist mit dem Zeitpunkt der Genehmigung des Pflegegrades gleichgesetzt. (Hat die Betreuungsperson beispielsweise einen Unfall und die Verhinderungspflege muss erneut beantragt werden, entfällt die sechsmonatige Wartezeit.)

 


Weniger Geld für nahe Angehörige

Pflegepersonen, die bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind oder mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft leben, erhalten den 1,5 fachen Satz des Pflegegeldes für die Verhinderungspflege nach folgender Formel:
/  28 Tage (4 Wochen Fortzahlung Pflegegeld)
x 42 Tage (6 Wochen Dauer Inanspruchnahme Verhinderungspflege)
______________________________________________________
= 1,5-faches Pflegegeld während der Verhinderungspflege

Beispiel: 1,5-faches Pflegegeld
Pflegegrad 2:                 316,00 EUR ./. 28 Tage x 42 Tage = 474,00 EUR

Quelle: AOK Rheinland/Hamburg

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Pflegekasse, wenn Sie die Verhinderungspflege als Verwandter beantragen möchten.

 Laut (§ 1589 BGB) sind Verwandte 2. Grades :

  • Eltern
  • Kinder
  • Enkelkinder
  • Geschwister
  • Großeltern

Laut (§ 1589 BGB) sind verschwägerte Personen 2. Grades:

  • Stiefeltern
  • Schwiegereltern
  • Stiefgroßeltern
  • Stiefkinder
  • Schwiegerkinder (Schwiegersohn / Schwiegertochter)
  • Stiefenkelkinder
  • Ehefrau/Ehemann des Enkels
  • Schwager und Schwägerin
  • Ehefrau/Ehemann des Großvaters/der Großmutter

Stundenweise Verhinderungspflege beantragen

Verschenken Sie weder Zeit noch Geld!

Darauf ist zu achten:

Entscheidend für die Abrechnung ist die Zeit, in der die reguläre Pflegeperson abwesend ist.
Wenn Sie weniger als 8 Stunden am Tag abwesend sind, haben Sie folgende Vorteile:

  • die Kasse kürzt für die Zeitüberbrückung das Pflegegeld nicht.
  • die Anzahl der Ihnen jährlich zustehenden Verhinderungstage vermindert sich nicht.

Wichtig: Wenn Sie die stundenweise Verhinderungspflege beanspruchen, sollten Sie darauf achten, möglichst unter 8 Stunden am Tag abwesend zu sein, sofern sich das einrichten lässt. Sind Sie mehr als 8 Stunden am Tag abwesend, wird die Verhinderungspflege mit dem Pflegegeld verrechnet und der Tag von Ihrem Jahres-Budget abgezogen.