Pflegegrad 1, Entlastungsbeitrag

(langfristige Pflegebedürftigkeit) - Zuständigkeit Pflegekasse

Leistungen bei Pflegegrad 1

Bei Pflegegrad 1 können folgende Leistungen nach § 28a SGB XI beantragt werden:

  • Pflegeberatung gemäß den §§ 7a und 7b
  • Beratung in der eigenen Häuslichkeit gemäß § 37 Absatz 3
  • zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen gemäß § 38a
  • Versorgung mit Pflegehilfsmitteln gemäß § 40 Absatz 1 bis 3 und 5
  • finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfelds § 40 Absatz 4
  • zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen gemäß § 43b (Leistungen in Teilstationärer Betreuung)
  • Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen gemäß § 45


Entlastungsbeitrag

Auf den Entlastungsbetrag haben alle Pflegebedürftigen in den Pflegegraden 1 bis 5 einen Anspruch.

Folgende Kosten können abgerechnet werden:

  • Teilstationäre Tag- oder Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Leistungen für Pflegedienste im Bereich der Körperpflege für Personen mit dem Pflegegrad 1. Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag für die Leistungen aus dem Bereich der Selbstversorgung heranziehen, da im Pflegegrad 1 kein Anspruch auf die Pflegesachleistung besteht.
  • Entgelte für Unterkunft und Verpflegung (also die „Hotelkosten“) und die Investitionskosten. Auch die Fahrkosten, welche im Zusammenhang mit der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege entstehen, können im Rahmen des § 45b SGB XI erstattet werden.
  • Mit dem Entlastungsbetrag können auch die Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a SGB XI finanziert werden.**

Nicht abrechenbar über den Entlastungsbeitrag:

  • Leistungen des Pflegedienstes für die Körperpflege in den Pflegegraden 2 – 5 (Pflegesachleistungen)

Wie hoch ist der Entlastungsbeitrag und wie wird er beantragt:

  • Der Entlastungsbetrag beträgt immer 125 Euro monatlich. Unabhängig vom vorliegenden Pflegegrad.
  • Als Pflegebedürftiger müssen Sie den Entlastungsbeitrag beantragen. Er wird weder pauschal noch automatisch ausbezahlt.
  • Sie begleichen die Rechnung. Danach reichen Sie diese (Abrechnungen/Quittungen/Belege) bei der Pflegeversicherung mit dem Antrag auf den Entlastungsbeitrag ein.
  • Kosten, die die Entlastungsleistungen überschreiten, müssen selbst übernommen werden.
  • Eine Antragseinreichung vor der Erbringung der Leistung ist nicht nötig.
  • Sie können bei Ihrer Pflegeversicherung nachfragen, welches Budget Ihnen für den Entlastungsbetrag zur Verfügung steht.
  • Ein Pflegedienst kann den Entlastungsbetrag direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Dazu ist eine Abtretungserklärung notwendig. Dann müssen Sie nicht mehr mit den Kosten in Vorleistung gehen.
  • Prüfen Sie, ob korrekt abgerechnet wurde. Lassen Sie sich die Rechnungen geben, damit Sie wissen, welche Leistungen bereits verbraucht wurden.

Wird der monatliche Leistungsbetrag nicht oder nicht vollständig in Anspruch genommen, kann der nicht beanspruchte Teil in den Folgemonaten des Kalenderjahres berücksichtigt werden.

Wird in einem Kalenderjahr der Leistungsbetrag nicht oder nicht vollständig in Anspruch genommen, wird der nicht beanspruchte Teil auf das folgende Kalenderhalbjahr übertragen. Das heißt, dass der Leistungsbetrag spätestens am 30.06. des Folgejahres verfällt. Ein Antrag auf Übertragung eines nicht beanspruchten Leistungsbetrages auf das folgende Kalenderhalbjahr muss nicht gestellt werden.


Zusätzlich Anspruch auf Behandlungspflege

Wichtig: Auch mit Pflegegrad haben Betroffene Anspruch auf von der Krankenkasse bezahlte häusliche Krankenpflege. Wer durch den Pflegedienst betreut wird, muss beispielsweise die Behandlungspflege nicht mit den Pflegegrad-Leistungen verrechnen. Es ist möglich, sowohl Leistungen aus der häuslichen Krankenpflege (Krankenkasse) zu erhalten und zeitgleich Pflegekassen-Leistungen zu beziehen.

Behandlungspflege, wie die Hilfe beim morgendlichen Anziehen von Kompressionsstrümpfen, sollte immer vom Arzt verordnet werden. Dann wird diese Leistung nicht mit den Pflegesachleistungen verrechnet, sondern separat mit der Krankenkasse abgerechnet.

 

 

Ob Entlastungsbeitrag, Pflegegeld, 24-Stunden-Betreuung, Pflegehilfsmittel oder Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen -  diese Leistungen werden nur gewährt,  wenn ein Pflegegrad vorliegt. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Pflegegrad beantragen können>>

HINWEIS:  Auf vielen Krankenkassen Webseiten finden Sie Antrags-Formulare zum Download.