Häusliche Pflege durch Angehörige

Zuschüsse für die häusliche Pflege erhalten Sie nur, wenn ein Pflegegrad oder eine Pflegestufe vorliegt. Pflegegrad beantragen >>

Die passenden Pflegeleistungen beantragen:

  • PFLEGEGELD: Erfolgt die Pflege privat im häuslichen Umfeld ohne Pflegedienst? In diesem Fall sollten Sie Pflegegeld beantragen.
  • PFLEGESACHLEISTUNGEN: Wird ausschließlich ein Pflegedienst beauftragt? Dann sollten Sie Pflegesachleistungen beantragen.
  • KOMBINATIONSPFLEGE: Wird die Pflege von Angehörigen übernommen und durch einen Pflegedienst unterstützt, sollte die Kombinationspflege beantragt werden. Pflegesachleistungen lassen sich mit dem Pflegegeld kombinieren. 

Daher sollten Sie vor der Antragsstellung  klären, welche Leistungen Sie bei der häuslichen Pflege selbst erbringen können und welche Sachleistungen (z.B. Pflegedienst, stationäre Tagespflege) Sie damit kombinieren möchten. Beim Antrag auf Pflegeleistungen wird diese Frage auf Sie zukommen.

HINWEIS:  Auf vielen Krankenkassen Webseiten finden Sie Antrags-Formulare zum Download.


Die Zuschüsse erhalten Sie für folgende Leistungen:

  • Erfolgt die häuslich Pflege ohne Pflegedienst, bekommt der Pflegebedürftige das Pflegegeld in voller Höhe gemäß seinem Pflegegrad.
  • Erfolgt die häusliche Pflege in Kombination mit einem Pflegedienst (Pflegesachleistung), muss eine Kombinationspflege
    beantragt werden.
  • Alle Personen mit einem Pflegegrad 1 bis 5, die im häuslichen Umfeld gepflegt werden, haben Anspruch auf einen Entlastungsbeitrag
    in Höhe von 125 Euro monatlich.
  • Versicherte der Pflegegrade 2 bis 5 haben Anspruch auf Tages- und Nachtpflege. Die Leistung kann zusätzlich zu Pflegegeld und Pflegesachleistung in Anspruch genommen werden.
  • Wer vorübergehend oder auch längerfristig medizinisch versorgt werden muss, bekommt diese Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen vom Arzt verordnet. Diese Leistung wird dann nicht über das Pflegegeld abgerechnet.
    (Behandlungspflege, Übergangspflege, Abrechnung über die gesetzliche Krankenkasse)
  • Pflegehilfsmittel können zusätzlich zum Pflegegeld für einen monatlichen Betrag bis 40 Euro angefordert werden.

  • Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen werden mit einem Betrag von bis zu 4000 Euro bezuschusst, pro im Haushalt lebender Person mit Pflegegrad. Damit lässt sich beispielsweise die alte Wanne zur begehbaren Seniorendusche umbauen.

Wichtig: Auch mit Pflegegrad haben Betroffene Anspruch auf von der Krankenkasse bezahlte Übergangspflege. Wer durch einen  Pflegedienst betreut wird, muss beispielsweise die Behandlungspflege nicht mit den Pflegegrad-Leistungen verrechnen. Es ist möglich, sowohl Leistungen aus der häuslichen Krankenpflege (Krankenkasse) zu erhalten und zeitgleich Pflegekassen-Leistungen zu beziehen.

Behandlungspflege, wie die Hilfe beim morgendlichen Anziehen von Kompressionsstrümpfen, sollte immer vom Arzt verordnet werden. Dann wird diese Leistung nicht mit den Pflegesachleistungen verrechnet, sondern separat mit der Krankenkasse abgerechnet.


Pflegegeld - wofür ist es gedacht?

Das Pflegegeld soll die häusliche Pflege sicherstellen. Wer diese Aufgabe übernimmt, ist für die Pflegekasse nicht wichtig.

Die Pflege übernehmen können beispielsweise:

Wer beantragt und erhält das Pflegegeld? Pflegegeld erhält der Pflegebedürftige. Der Antrag auf Pflegegeld muss von der pflegebedürftigen Person oder dem gesetzlichen Vertreter bei der Pflegekasse (Krankenkasse) gestellt und unterschrieben werden. Es ist also wichtig, eine Vollmacht auszustellen, wenn abzusehen ist, dass der Patient die Antragsstellung nicht mehr selbst bewältigen kann.

Erfolgt die Pflege in einer vollstationären Einrichtung (Heim),  gibt es kein zusätzliches Pflegegeld.

Wie hoch ist das monatliche Pflegegeld?

Pflegegrad 2 = 316 Euro

Pflegegrad 3 = 545 Euro

Pflegegrad 4 = 728 Euro

Pflegegrad 5 = 901 Euro


Wer erhält die Pflegesachleistungen?

Was sind Pflegesachleistungen?

Mit den Pflegesachleistungen wird der Pflegedienst bezahlt. Pflegesachleistungen sind Dienstleistungen. Diese Dienstleistungen umfassen häusliche Pflegehilfe durch professionelle Pflegekräfte (Pflegedienst).

Der Umfang der Pflegesachleistung richtet sich nach dem Pflegegrad (siehe Tabelle Pflegesachleistungen).

Die Behandlungspflege (häusliche Krankenpflege über die gesetzliche Krankenkasse) gehört nicht zur Pflegesachleistung. 

Wer kann Pflegesachleistungen beantragen?

Voraussetzung für den Anspruch auf die Pflegesachleistung ist ein Pflegegrad. Weitere Voraussetzung ist die Pflege in der häuslichen Umgebung. Das kann der eigene Haushalt sein, der Haushalt von Angehörigen, Betreutes Wohnen oder ein Altenwohnheim. Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen erhalten keine Pflegesachleistungen.

Wie und wo wird die Pflegesachleistung beantragt?

Beantragt wird die Pflegesachleistung bei der Pflegekasse vom Pflegebedürftigen - meist schon bei der Beantragung eines Pflegegrades.

Leistungen

Pflegebedürftige haben bei häuslicher Pflege Anspruch auf körperbezogene Pflege- und Betreuungsmaßnahmen sowie auf Hilfen bei der Haushaltsführung als Sachleistung (häusliche Pflegehilfe).

  • Die Sachleistung wird von Pflegediensten (caritative Einrichtungen oder auch private Einrichtungen) erbracht.
  • Der Mitarbeiter des Pflegedienstes sucht den Pflegebedürftigen in seiner Wohnung auf und erbringt die notwendige Pflegeleistung.
  • Die Abrechnung erfolgt direkt mit der Pflegekasse. Wenn die Leistungsbeträge der Pflegekasse nicht ausreichen, erhält der Pflegebedürftige eine Restrechnung vom Pflegedienst.
  • Der Pflegebedürftige unterschreibt die Bestätigung über die erbrachten Leistungen. Hinweis: Auf korrekte Abrechnung achten

Pflegegrad


1


2


3


4


5


Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege

Maximale Leistungen pro Monat in Euro


**


689


1.298


1.612


1.995


Pflegegeld für die häusliche Pflege

Maximale Leistungen pro Monat in Euro


**


316


545


728


901



Kombinationspflege

Wenn absehbar ist, dass Sie die Pflegesachleistungen nicht in vollem Umfang ausschöpfen, haben Sie die Möglichkeit, zusätzlich noch Pflegegeld zu beantragen. Man spricht dann von einer Kombinationspflege.

Beispiel Berechnung für Kombinationspflege:

Bei Pflegegrad 4 haben Sie Anspruch auf:

  • 1.612  Euro Pflegesachleistungen, oder
  • 728 Euro Pflegegeld
Abrechnung Pflegedienst für Pflegesachleistung:
  • Der Pflegedienst  berechnet Ihnen 1210 Euro = 75 % der Pflegesachleistung von 1.612 Euro.

  Berechnung des Pflegegeld-Restanteils:
  • 100 % - 75 % Pflegegeldsachleistung = 25 %  Pflegegeld Anspruch verbleiben
  • 25 % von 728 Euro Pflegegeld = 182 Euro Pflegegeld- Anspruch

Wichtiger Hinweis: Seit 2017 haben Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 zusätzlich einen Anspruch auf Teilstationäre Pflege. Die Kosten hierfür werden nicht mit dem Pflegegeld und/ oder den Pflegesachleistungen verrechnet.


**Bei Pflegegrad 1 können folgende Leistungen nach § 28a SGB XI beantragt werden:

  • Pflegeberatung gemäß den §§ 7a und 7b
  • Beratung in der eigenen Häuslichkeit gemäß § 37 Absatz 3
  • zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen gemäß § 38a
  • Versorgung mit Pflegehilfsmitteln gemäß § 40 Absatz 1 bis 3 und 5
  • finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfelds § 40 Absatz 4
  • zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen gemäß § 43b (Leistungen in Teilstationärer Betreuung)
  • Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen gemäß § 45


Recht auf Reha für pflegende Angehörige

Als Pflegender können Sie eine Reha beantragen, um wieder neue Kräfte zu sammeln. Die pflegebedürftige Person kann in der Reha- Einrichtung, oder in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung mit aufgenommen werden.

Absicherung in der Renten- und Arbeitslosenversicherung
Wer einen Pflegebedürftigen mit mindestens Pflegegrad 2 wenigstens 10 Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche, in seiner häuslichen Umgebung pflegt, ist unter bestimmten  Voraussetzungen  gesetzlich  Renten-  und Arbeitslosen- versichert.  Die  Beiträge  zahlt  die Pflegekasse.  Dies  gilt  bezüglich  der  Rentenversicherung  nicht,  wenn  die  Pflegeperson  regelmäßig mehr als 30 Stunden wöchentlich selbst erwerbstätig ist.

In der Arbeitslosenversicherung ist dies nur dann möglich, soweit die Pflegeperson ihre Berufstätigkeit aufgrund der Pflege des Angehörigen beendet. Damit die Pflegekasse für Sie Beiträge zahlen kann, erhalten Sie meist automatisch einen Antrag, den Sie vollständig ausgefüllt zurücksenden müssen.