Eltern pflegen - Pflegeformen

Akuter Pflegenotfall

In akuten Fällen, wenn schnell das Wichtigste organisiert werden muss, dürfen sich Berufstätige von heute auf morgen bis zu zehn Tage lang freinehmen und die Eltern pflegen. Das ist ein Recht, das keine Firma verweigern darf. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass der Mitarbeiter ein ärztliches Attest vorlegt, in dem bescheinigt wird, dass das kranke Familienmitglied voraussichtlich pflegebedürftig ist und Hilfe von Angehörigen braucht. Sprechen  Sie mit Ihrem Arzt. Bekommen pflegende Verwandte ihren Lohn nicht weiter gezahlt, können Sie bei der Pflegekasse oder der privaten Pflegeversicherung des pflegebedürftigen Angehörigen finanzielle Hilfe beantragen.


Pflegeformen ohne Pflegegrad

(kurzfristige Pflegebedürftigkeit) - Zuständigkeit Krankenkasse

Reha- Rehabilitationsmaßnahme
oder Anschlussheilbehandlung (AHB)

Nach einer schweren Krankheit oder einem Krankenhausaufenthalt können die meisten Menschen nicht sofort wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. In einer Rehabilitationsmaßnahme (Reha) finden sie die nötige Unterstützung, um gesundheitliche Einschränkungen zu überwinden und den Alltag wieder selbstständig bewältigen zu können.

 

Übergangspflege  - (Kurzzeitpflege) 

Seit 1. Januar 2016 haben Versicherte für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege sowie auf eine Haushaltshilfe. Reichen diese Leistungen nicht aus, besteht Anspruch auf Aufnahme in eine Kurzzeit-Pflegeeinrichtung für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr. Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, Betreuung und Behandlungspflege.


Pflegeformen mit Pflegegrad

(langfristige Pflegebedürftigkeit) - Zuständigkeit Pflegekasse

Wer ist pflegebedürftig?

Wer durch physische oder psychische Probleme die langfristige Unterstützung von anderen Personen benötigt, um den Alltag bewältigen zu können, der sollte einen Pflegegrad beantragen.

Pflegebedürftig (Sozialgesetzbuch SGB XI) sind Personen, die

> körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder
> gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen

nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können.

 

Im Klartext heißt das beispielsweise: Der Vater ist gestorben und die Mutter ist nun mit 85 Jahren allein im Haus. Sie kann sich nicht mehr alleine anziehen, nicht mehr selbst für sich einkaufen, oder kochen. Sie kann keine Arztbesuche wahrnehmen und vergisst vieles. Hilft ihr niemand, wird sie in kurzer Zeit verwahrlosen und im schlimmsten Fall zusammenbrechen. Die Mutter benötigt Pflege.


Pflegegrad beantragen

(langfristige Pflegebedürftigkeit) - Zuständigkeit Pflegekasse

Wer pflegebedürftig ist, sollte einen Pflegegrad beantragen.

Ob Pflegegeld, 24 Stundenbetreuung, Pflegehilfsmittel oder Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen -  diese Leistungen werden nur gewährt, wenn ein Pflegegrad vorliegt.

 

Zuerst muss ein Pflegegrad bei der Pflegekasse (Bestandteil ihrer Krankenkasse) beantragt werden. Der Pflegegrad kann nur vom Hilfebedürftigen selbst, oder von einer vertretungsberechtigten Person mit der entsprechenden Vollmacht beantragt werden.

In welchem Pflegegrad der Hilfebedürftige eingestuft wird, entscheidet in den meisten Fällen der Medizinische Dienst (MDK).



Pflegetelefon:

Sie wissen nicht weiter? Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums erreichen Sie bundesweit von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr und per E-Mail: info@wege-zur-pflege.de.

Telefonische Beratung und schnelle Hilfe für Angehörige: 030 20179131

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Sie möchten zu Beginn der Pflegebedürftigkeit eine 10-tägige Auszeit nehmen? In diesem Fall erhalten Sie Pflegeunterstützungsgeld.
AntragPflegegeldunterstuetzungsgeld_1577
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