Pflegehilfe - Hilfe im Alltag mit Pflegegrad

Alltagsbegleiter

Aufgaben:

Alltagsbegleiter leisten den Senioren Gesellschaft, wenn den Angehörigen die Zeit dazu fehlt. Sie unterstützen Pflegebedürftige im Alltag. Helfen beispielsweise bei Telefonaten, fahren zu Terminen oder ähnliches. Alltagsbetreuer erbringen keine Pflegeleistung und sind keine reinen Haushaltshilfen. Welche Aufgaben sie konkret übernehmen, richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der zu betreuenden Person. Da kann es schon dazu gehören, gemeinsam einzukaufen, zu kochen, kleine Reinigungsaufgaben zu übernehmen, oder den Hund auszuführen. Alltagshelfer begleiten demente Senioren und aktivieren sie, um deren physische und psychische Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern - sie entlasten damit auch die pflegenden Angehörigen.

Unterstützung im Alltag

Mit dem "Angebote zur Unterstützung im Alltag“ (niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote)  können die pflegenden Angehörigen einen Teil der Betreuungslast abgeben. Die Pflegebedürftigen sollen gefördert und/oder beaufsichtigt werden. Das Angebot ist besonders wichtig, wenn Sie ein dementes Elternteil pflegen. Voraussetzung für die Leistung ist ein Pflegegrad.

 

Beispiele für "Angebote zur Unterstützung im Alltag":

  • Beschäftigungstherapie, Entspannungstherapien, Förderung der Motorik
  • Betreute Reisen und Ausflüge
  • Gedächtnistraining, Gymnastik
  • Begleitung bei den Hobbies
  • Stundenweise Beaufsichtigung von Demenzkranken
  • Betreuung von Pflegebedürftigen in der häuslichen Umgebung
  • Arztbesuche, Behördengänge
  • Unterstützung im Haushalt (haushaltsnahe Dienstleistungen)
  • Unterstützung beim Einkauf
  • Hilfe zur Organisation des Alltags

Kostenerstattung:

Alltagsbegleiter und "Angebote zur Unterstützung im Alltag" lassen sich über den Entlastungsbeitrag und die Verhinderungspflege finanzieren. Anteilig kann auch das Kurzzeitpflegebudget eingebunden werden. Kosten werden generell von der Pflegekasse nur dann übernommen, wenn ein Pflegegrad vorliegt.

Hinweis: Der Entlastungsbeitrag  steht zwar jedem Pflegebedürftigen zu. Aber: Die Pflegekasse zahlt nicht automatisch die 125 Euro Entlastungsbeitrag aus. Sie übernimmt nur tatsächlich entstandene und belegte Kosten. Das heißt, Sie müssen in Vorleistung gehen. Sammeln Sie die Rechnungen/Belege der anerkannten Leistungserbringer und senden Sie diese mit dem Antrag auf Kostenerstattung an die Pflegekasse. Die Leistungserbringer können auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Dazu ist meist eine Abtretungserklärung des Pflegebedürftigen nötig. Vorteil: Die Vorleistung entfällt.

 

Kosten, die nicht erstattet werden, können bis zu einem Betrag von 4000 Euro jährlich von der Steuer abgesetzt werden. Informieren Sie sich bei Ihrem Steuerberater.

 

Wichtig: Es gibt strenge Vorgaben, wer die „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ durchführen darf.

Die Pflegekasse zahlt nur dann Entlastungsleistungen, wenn Vereine oder Einrichtungen die Zulassung zur Durchführung von Entlastungsleistungen haben. Klären Sie im Vorfeld mit der Pflegekasse, welche Kosten sie erstattet bekommen. Dann vermeiden Sie böse Überraschungen.

Wo finde ich Unterstützung im Alltag?

Wenden Sie sich an einen Pflegestützpunkt in Ihrer Umgebung. Sie können eine Suchmaschine nutzen, um Alltagshilfen oder einen Pflegestützpunkt in Ihrer Umgebung zu finden: Zentrum für Qualität in der Pflege.

Auf der Startseite können Sie Ihre PLZ eingeben und dann das Thema ankreuzen, das für Sie interessant ist.

Die Einrichtungen werden Ihnen dann für Ihr persönliches Umfeld angezeigt.

Es gibt auch Dienstleister, die Sie beauftragen können, z.B.:


24-Stunden-Betreuung und Pflege

Jeder möchte zuhause alt werden -  ist das auch möglich, wenn die Versorgung der Eltern durch einen ambulanten Pflegedienst nicht mehr ausreicht?  Wenn beispielsweise ein Elternteil unter Alzheimer leidet und rund um die Uhr Betreuung und Aufsicht benötigt? Die Lösung kann eine 24-Stunden-Betreuung sein. Meist übernehmen diese Aufgabe Frauen aus Osteuropa, die über entsprechende Agenturen organisiert und versichert sind. Der Ausbildungsstand geht von der  Hilfskraft bis zur ausgebildeten Krankenschwester.

Sie sollten eine 24-Stunden-Pflegekraft aus dem Ausland über eine Agentur einstellen. So schließen Sie eine Unterversicherung und Schwarzarbeit aus.

 

Wie funktioniert eine 24-Stunden-Betreuung mit einer Pflegekraft daheim?

Die beauftragte Agentur entsendet eine Pflegehilfskraft zur pflegebedürftigen Person ins Haus. Die Pflegekraft wohnt mit im Haus bei freier Kost und Logis. Sie kümmert sich rund um die Uhr um die Pflege, führt parallel dazu den Haushalt. Zudem sollte sie für eine geistige Beschäftigung des Pflegebedürftigen sorgen und ihm, wenn das noch möglich ist, die Teilnahme am sozialen Leben ermöglichen.

Die Pflegekraft wechselt in einem festgelegten Turnus. Sie verbringt beispielsweise einen Monat im Haus des Pflegebedürftigen und fährt dann für  1 Monat nach Hause. Die Agentur kümmert sich um den Personalwechsel. Für die Pflegebedürftigen ist es natürlich schön, wenn sich immer wieder die gleichen Pflegepersonen abwechseln. Das sollten Sie im Vorfeld mit der Agentur klären.

 

Kosten:

Die Kosten für eine 24-Stunden-Pflege müssen von den Betroffenen selbst übernommen werden. Es handelt sich um eine private Dienstleistung. Zu den Kosten der 24-Stunden-Betreuung kommen noch die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung hinzu.

Die Honorarkosten für eine Vollzeit-Betreuungskraft, die bei einem ausländischen Unternehmen angestellt ist (Entsendung), liegen zwischen 1800 und 2400 € monatlich. Je nach Ausbildungsstand und Betreuungsanforderung.

 

Bei einer 24-Stunden-Betreuung handelt es sich um häusliche Pflege. Für die Pflegekasse ist es nicht relevant, wer diese Pflege übernimmt.

Daher kann der Pflegebedürftige (mit Pflegegrad), oder ein Bevollmächtigter folgende Leistungen bei der Pflegekasse beanspruchen und für die 24-Stunden-Pflege nutzen:

 

Pflegegeld

Monatlich ausgezahltes Pflegegeld, der Betrag richtet sich nach dem Pflegegrad (z.B. bei Pflegegrad 3 =545,00 € monatlich)

 

Verhinderungspflegegeld
Jährlich derzeit 1.612,00 €. ( = 134,00 € monatlich)

 

Anspruch aus Kurzzeitpflege (ergänzend)
Jährlich derzeit 806,00 € ( = 67,00 € monatlich)

 

Beispielrechnung Pflegegrad 3

Pflegegeld= 545,00 € monatlich

Verhinderungspflegegeld = 134,00 € monatlich

Anspruch aus Kurzzeitpflege = 67,00 € monatlich

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Insgesamt: = 746 € monatlich Zuschuss von der Pflegekasse

 

Kosten 24-Stunden-Pflege rund 2200,00 € monatlich - 746 € Zuschuss

Selbst zu tragende Kosten = 1454,00 €

 

Steuerlicher Vorteil
Die Betreuungskosten gelten als haushaltsnahe Dienstleistungen und können bis zu einem Gesamtbetrag von 4.000 € bei der jährlichen Lohnsteuer angerechnet werden! Das gilt auch bei ausländischen Dienstleistern. Es muss sich jedoch um ein seriöses Angebot handeln, bei dem alle steuerlichen Anforderungen mit der monatlichen Rechnungsstellung erfüllt werden. Der steuerliche Vorteil kann auch von den Kindern der pflegebedürftigen Person geltend gemacht werden.

 

Tipp: Holen Sie 3 Kostenvoranschläge von unterschiedlichen Agenturen ein. Geben Sie vor, welche Kosten im Angebot enthalten sein sollen. Dazu gehören beispielsweise auch Servicegebühren für die Agentur und Anfahrts-Kosten für die Pflegehilfe.

Die Angebote sollten kostenfrei und unverbindlich sein.

 

Sie können auch ein Vergleichsportal nutzen:

www.24h-pflege-check.de

 

Beispiel einer (Entsende-) Agentur

24-Stunden-Pflege zuhause https://www.deutschealtenpflege.de

Lesen Sie mehr: Polnische Pflegekraft - Helfer für Seniorenhaushalte als Alternative zum Altenheim >>

TIPP: Barrieren im Bad lassen sich schnell und einfach reduzieren. Der Pflegebedürftige erhält wieder mehr Selbstständigkeit und dem Pflegehelfer wird die Arbeit erleichtert. Eine Sitzbadewanne ist oft von Vorteil. Sie erleichtert die tägliche Körperpflege erheblich.