Sicherheit im Haus

Nirgendwo fühlen sich Menschen sicherer als in den eigenen vier Wänden und der vertrauten Umgebung, in der sie leben. Es ist immer grausam, das Opfer eines Verbrechens zu werden. Doch wenn das eigene Zuhause zur Falle wird, kennt das Entsetzen und die Angst keine Grenzen. Ob ausgeraubt oder um Rente und Ersparnisse geprellt - die Nachrichten über gequälte und betrogene Rentner häufen sich.

Woran liegt das? Ältere Menschen sind nicht dumm. Sie sind besonders pflichtbewusst, hilfsbereit, wollen alles gleich erledigen und nicht unhöflich sein. Das, und die Einsamkeit, macht Sie zu leichten Opfern von Betrügern. Der Klassiker: Zwei falsche Paketboten stehen an der Tür - der eine bittet um ein Glas Wasser und verwickelt die Seniorin in ein Gespräch. Der andere entwendet in der Zeit Wertgegenstände aus der Wohnung. Beugen Sie vor. Sprechen Sie mit Ihren Eltern und sorgen Sie für Sicherheit im Haus.


Eltern schützen vor Lug und Betrug


Mehr Sicherheit im Seniorenhaushalt - was tun?

1. Haus und Wohnung sichern

Schauen Sie sich die Türen, Fenster und Terrassen der Wohnung oder des Hauses, in dem Ihre Eltern leben, gut an. Ist alles 

einbruchsicher verschließbar? Meist lassen sich Fenster und Türen mit geringem Aufwand nachträglich sichern. Hier finden Sie von der Polizei empfohlene, einbruchhemmende Produkte >>

Lassen Sie sich von der regionalen Polizei beraten. Manchmal bieten die regionalen Dienststellen auch eine kostenfreie Beratung
vor Ort an. Sie können sich auch an einen Sicherheitsexperten wenden. Hier finden Sie Experten für Sicherheit in Ihrer Region >>

Eine Haushaltshilfe, die einen Schlüssel hat, und in regelmäßigen Abständen im Seniorenhaushalt vorbeischaut, bietet auch ein Stück Sicherheit.

2. Vorbereitung auf Betrüger

Das beste Schloss nützt nichts, wenn es freiwillig für Betrüger geöffnet wird. Reden Sie mit Ihren Eltern. Lieber mal einen Fremden zu viel als einen zu wenig vor der Tür stehen lassen. Wer auf miese Betrüger-Tricks vorbereitet ist, kann sich besser dagegen wehren. Leider sieht man Verbrechern die böse Absicht nicht an. Betrüger sind oft höflich und gut gekleidet. Es gelingt ihnen schnell das Vertrauen von Menschen zu gewinnen. Das Alter bietet ebenfalls keine Sicherheit, denn auch Personen über 60 Jahre sind inzwischen unter den Tätern.

Lesen Sie Hinweise der Polizei zu den gängigsten Tricks >>

3. Täterschreck:  Vertrauensperson hinzuziehen

Bieten Sie Ihren Eltern an, dass sie Sie jederzeit anrufen können. Ihre Eltern sollten wissen, dass sie bei einem schlechten "Bauchgefühl" jederzeit Rücksprache mit einer Vertrauensperson halten können, und dass Sie vorher nichts unternehmen sollten. Ihre Eltern wollen niemanden belästigen, deshalb sollten Sie ausdrücklich erklären, dass Sie sich durch Rücksprachen nicht belästigt fühlen. Täter werden meist abgeschreckt, wenn Ihre Eltern sagen: "Ich werde meinen Sohn hinzuziehen". Termine, in denen es um Geld und Verträge geht, sollten Ihre Eltern mit Ihnen an der Seite vereinbaren.

Bei Verdacht auf eine Straftat: Über den Notruf 110 gibt es schnelle polizeiliche Hilfe.


Seniorenfalle erkennen

Inkasso-Drohung per Mail für angeblichen Internet-Vertrag

Auch die Generation 60 Plus kommuniziert heute über das Internet. Hier spielt der Adressen- und Email-Handel eine wichtige Rolle. Betrüger und dubiose Geschäftemacher können und dürfen ganz gezielt die Adressen von Menschen einer bestimmten Altersgruppe kaufen, um diese anzuschreiben. Dann befindet sich plötzlich eine Mail im Postfach mit dem Hinweis, man habe einen Internetdienst erworben und müsse jetzt monatlich zahle - im Anhang die Rechnung. Schon nach wenigen Tagen kommt der Inkassohinweis. Das bringt Senioren meist mächtig in Stress, denn sie glauben, irgendwo "falsch geklickt" zu haben. Die gute Nachricht: Das ist nahezu nie der Fall.

Was ist zu tun?

Haben die Betrüger nur die Mailadresse, dann fehlt die Anrede und die Adressenanschrift. In diesem Fall sollten Sie überhaupt nicht reagieren, und auf keinen Fall antworten und den Namen oder die Anschrift angeben.

Ganz wichtig: Nicht zahlen!

 

Hat die Firma Ihren Namen und die Anschrift, dann teilen Sie der Firma mit, dass es keinen Vertrag gibt, und erklären Sie vorsorglich den Widerruf. Schreiben Sie einen Brief und versenden diesen als Einschreiben.

Reagieren Sie nicht mehr auf weitere Mahnungen oder Drohungen. Rechnen Sie nicht mit einer rechtlichen Auseinandersetzung. Daran sind die Betreiber nicht interessiert.

Zahlen Sie nicht! Lassen Sie sich nicht von Inkasso- oder Anwaltsbriefen unter Druck setzen!


Achtung: Abofalle

Horoskop, Diät-Ratgeber oder Witze-Download-Seite - vermeintliche Gratisdienste tarnen sich oft als kostenfrei, sind aber in Wirklichkeit kostenpflichtig.
Wichtig: Bei allen Gratis-Angeboten sollte man die sogenannten AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) gründlich durchlesen. Hier findet sich meist ein Hinweis auf die Kosten. 
In Deutschland soll ein Gesetz den Betrug durch Abofallen erschweren: Deutsche Anbieter von Internetseiten müssen Bezahl-Inhalte mittels eines gut erkennbaren Buttons kennzeichnen. Bei einem Abonnement muss auf der Internetseite neben dem Preis auch deutlich die Mindestlaufzeit zu erkennen sein. Vorsicht: Für Angebote auf ausländischen Servern gelten die Gesetze nicht.
Wer dennoch auf ein unseriöses Angebot hereingefallen ist, kann gegen eine unberechtigte Forderung Widerspruch einlegen. Entsprechende Musterschreiben sind im Internet, beispielsweise auf den Seiten von Verbraucherzentralen, veröffentlicht.
Auch durch Mahnungen oder Drohungen durch ein Inkassobüro sollte man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, und gegebenenfalls den Rat eines Rechtsbeistands einholen.

Hinweis in eigener Sache: Alle Inhalte von pflege-der-eltern.de können Sie garantiert kostenfrei nutzen.

 


Geldgewinn ohne Spielteilnahme

Das Telefon klingelt und am anderen Ende tönt eine verheißungsvolle Damenstimme: Sie haben gewonnen! Hubert K. freut sich und kann sein Glück kaum fassen. Er erinnert sich zwar nicht daran, dass er an dem Gewinnspiel der großen Unterhaltungszeitung teilgenommen hat. Doch das scheint ihm im ersten Glücksmoment völlig nebensächlich. Die Dame versichert ihm, er habe 65 000 Euro gewonnen. Das Geld sollte am Nachmittag desselben Tags durch einen Sicherheitsmann vorbeigebracht werden.  Die Transportkosten in Höhe von 650 Euro müssten allerdings als Vorauszahlung vom Gewinner bezahlt werden. Als Zahlungsmittel könne er die praktischen und sicheren Geschenkgutscheine erwerben. Jetzt wendet sich Hubert K. an seine Tochter, damit diese die Geschenkgutscheine für ihn online kauft. Die wird hellhörig und schaltet sich ein, als nachmittags die Dame wieder anruft, um nachzufragen, ob alles geklappt hätte. Die ist dann nicht mehr freundlich und bricht das Telefonat ab. Der Betrug fliegt in diesem Fall schnell auf.

Wichtig: Wer nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen hat, kann auch nichts gewinnen. Zudem sind Vorauszahlungen nahezu immer ein Hinweis auf eine unseriöse Absicht.

 


Abzocke von Senioren durch Liebes-Schwindler

Ich konnte es nicht glauben, als ein Freund mir erzählte, sein Vater wäre in den letzten Monaten seines Lebens von einer wahrscheinlich "Professionellen" abgezockt worden. Vater und Mutter lebten in einem Altenheim. Als die Mutter starb, litt der 82-jährige Vater Manfred H. sehr unter der Einsamkeit.

 

Da sprach ihn im Senioren-Cafe (öffentlich zugängig) ein Mann an und sagte, wenn Manfred wieder Kontakt zu einer netten Frau finden würde, dann ginge es ihm sicher schnell besser. Er solle doch mal mitkommen, er kenne eine passende Dame. So machte sich Manfred H. mit dem Rollator und dem neuen Bekannten auf zu einem Treffpunkt, und fand dort eine verhältnismäßig junge Frau, die genau so jemanden wie ihn suchte, um den sie sich ein bisschen kümmern könnte. Der Mann aus dem Cafe tauchte nie wieder auf.

 

Dafür besuchte die junge Frau Manfred H. von diesem Tag an regelmäßig im Seniorenheim. Es dauerte kaum eine Woche, bis sie das erste Mal Geld benötigte: Zum Einkaufen für ihre kleine Tochter, für neue Winterschuhe usw. Nach nicht mal einem Monat hatte sie angeblich einen unverschuldeten Unfall und benötigte dringend Geld für ein neues Auto, sonst könne sie Manfred nicht mehr besuchen. Manfred H. ging zur Bank und hob mehrfach zwischen 4000 und 5000 Euro ab. Das hatte er sein ganzes Leben lang nicht getan. Der Bank fielen die hohen Beträge auf und sie informierte den Sohn, der über eine Vollmacht verfügte. Manfred H. hatte inzwischen über 50 000 Euro abgehoben und ordnungsgemäß mit einer Schenkungsurkunde weitergereicht. Das Geld war weg.

 

Viel Geld für wenig Zuwendung

Als die Söhne mit dem Vater sprachen, wollte er es sich nicht nehmen lassen, seine Herzensdame weiter zu beschenken. Die hatte ihm erklärt, das sei sein gutes Recht, und sie könne ihn natürlich ohne weitere Zuwendungen nicht mehr besuchen. Da der Vater nicht entmündigt war, hatte er wirklich das Recht, sein Geld nach Belieben auszugeben. Manfred H. wurde allerdings immer gebrechlicher und konnte den Weg zur Bank bald nicht mehr alleine bewältigen. Die Söhne einigten sich mit dem Vater auf einen Monatsbetrag von 500 Euro, den sie ihm zu seiner freien Verfügung ins Heim brachten. Die Herzensdame erschien von da an noch einmal im Monat, um die 500 Euro abzuholen. Nach einem halben Jahr verstarb Manfred H. Seine "professionelle Herzensdame" wurde nicht mehr gesehen, auch nicht auf seiner Beerdigung.

 

Die Geschichte hört sich unglaublich an, ist aber sicher kein Einzelfall. Immer mehr alleinstehende Senioren fallen auf solche Liebes-Schwindler und Erbschleicher herein. Die Kinder können eigentlich nichts tun, als regelmäßigen Kontakt pflegen, damit die Eltern nicht so sehr vereinsamen und für Betrüger ihr Herz und ihren Geldbeutel öffnen.

 


Abzocke: Sex-Hotline

Häufig erhalten Senioren Briefpost, in der sie in dicken Lettern dazu aufgefordert werden endlich die Kosten für die Sex-Hotline zu zahlen. Die Betrüger sitzen oft im Ausland  und setzen auf die Schamgefühle der Menschen. Wahrscheinlich haben die Betroffenen nie eine Sex-Hotline angerufen, aber sie schämen sich, mit Verwandten darüber zu sprechen.  Solche Zahlungsaufforderungen dubioser Firmen sollten einfach ignoriert werden. Besonders, wenn gleich im ersten Brief von "Letzter Mahnung" die Rede ist. Daran können Sie schon erkennen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Wichtig: Auf keinen Fall zahlen. Wenn das Geld überwiesen ist, ist es weg!

 


Wundermittel: Teuer - und im besten Fall ohne Wirkung

Vor allem in Programmzeitschriften und im Internet werden häufig sogenannte Medikamente angepriesen, die gesundheitliche Beschwerden wie von Zauberhand lindern können und neue Superkräfte aktivieren sollen. Dabei handelt es sich in den wenigsten Fällen um echte Medikamente, sondern meist um Nahrungsergänzungsmittel. Im besten Fall kosten die Mittel viel Geld und wirken einfach nicht. Im schlimmsten Fall lösen sie mit ihren Inhaltsstoffen noch zusätzliche gesundheitliche Probleme aus. Experten raten dringend davon ab auf gut Glück vermeintliche Wunderpulver aus Wunderpflanzen einzunehmen. Vor allem bei Bestellungen über das Internet sind Hersteller und Produktionsmethoden nicht nachvollziehbar. Kommen die Produkte aus dem außereuropäischen Ausland, können sie verunreinigt sein, oder Stoffe enthalten, die in Deutschland verboten sind. Rechtlich gegen den Anbieter vorzugehen, ist nahezu unmöglich, wenn dieser seinen Sitz beispielsweise in Asien hat. Bei Beschwerden fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker - der Spruch ist alt, stimmt aber immer noch.

 


Risiko Geldanlage

Das Geld unter der Matratze zu horten, ist sicher keine gute Idee, denn irgendwie könnten Einbrecher davon Wind bekommen -  und dann wird es wirklich gefährlich. Bargeld lockt Einbrecher an.

Wer sein Leben lang sparte, der hat meist was auf der hohen Kante. Schön wäre es, wenn das Gesparte nicht immer weniger würde, weil die Zinsen so niedrig sind. Hier bieten nicht wenige, auch eigentlich seriöse Bankinstitute, für Senioren völlig unwirtschaftliche und absurde Anlagemodelle. Gerade private Rentenversicherungen und Lebensversicherungen sind häufig mit hohen Gebühren verbunden.
Meist macht es wenig Sinn, wenn älteren Kunden von Banken und Sparkassen beispielsweise Sofortrenten angeboten werden. Die Anlageprodukte verursachen hohe Kosten und sind nicht flexibel gestaltbar. An das Geld kommen die Senioren nicht mehr ran. Nach dem Tod des Versicherungsnehmers wird das restliche Kapital an Erben ausgezahlt.

 

Für ältere Kunden sind kurzfristige Geldanlagen in der Regel optimal. Denn bei Krankheit und Pflege müssen größere Geldbeträge schnell verfügbar sein.

Wichtig ist:

  • bei allen Produkten nach Kosten und Risiken fragen
  • nicht in  Finanzprodukte einsteigen, die man nicht versteht
  • mehrere Angebote zur Geldanlage einholen
  • eine Vertrauensperson zu Gesprächen mitnehmen
  • nicht drängen lassen, Möglichkeiten der Geldanlage erst einmal überschlafen

Haushaltshilfe