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Was ist Behandlungspflege?

  • Eine nicht gesetzlich definierte,
  • ärztlich verordnete,
  • durch pflegerisches Fachpersonal erbrachte Leistung
  • zur Fortsetzung und Sicherstellung der ärztlichen Therapie
  • im häuslichen (ambulanten) Bereich.

Die Behandlungspflege muss der Arzt verordnen. Sie umfasst ausschließlich solche medizinischen Hilfeleistungen, die nicht vom Arzt selber erbracht werden, aber zur Sicherung der ärztlichen Behandlung erforderlich sind. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Zur Behandlungspflege gehören beispielsweise Katheterisierung, das  Spritzen setzen, Verbändeanlegen, die Dekubitusversorgung, das Anziehen von Kompressionsstrümpfen usw. Unter der Voraussetzung, dass keine Person im Haushalt diese Leistungen erbringen kann und der/die Versicherte nicht selber dazu in der Lage ist, weil er:

  • wegen motorischer Beeinträchtigungen die Behandlung nicht selber durchführen kann, z.B. bei Lähmungen, Schwäche und Bewegungseinschränkung nach einer OP usw.
  • wegen kognitiver Einschränkungen die Behandlung nicht selber durchführen kann, z.B. bei einer Demenz
  • aufgrund einer Sehstörung die Behandlung nicht durchführen kann.

Einer dieser drei Gründe sollte auf der Verordnung des Arztes stehen, dann muss die Behandlungspflege durch die Krankenkasse bewilligt werden.

 

Leistungen und Kostenübernahme:

Es gibt einen Leistungskatalog, der festlegt, welche medizinischen Behandlungspflegen verordnungsfähig sind. Ihr Hausarzt oder Ihr Pflegedienst wissen um die verordnungsfähigen Leistungen Bescheid – fragen Sie nach, ob Leistungen der Behandlungspflege für Sie in Frage kommen.

Wichtig: Leistungen der Behandlungspflege können von der Krankenkasse zusätzlich zu Leistungen der Pflegekasse verordnet werden.

Sie stehen aber jedem Kranken zu. Ein Pflegegrad ist keine Voraussetzung, um Behandlungspflege zu erhalten.

Ein beauftragter Pflegedienst kann mit Kranken- und Pflegekasse abrechnen. Beispielsweise wird eine Wundversorgung über die Krankenkasse abgerechnet und damit nicht vom Pflegegeld oder den Pflegesachleistungen abgezogen.


Die Erstverordnung für Behandlungspflege darf der Arzt nur über 14 Tage ausstellen. Wenn er sie über einen längeren Zeitraum ausstellt, werden anfangs nur 14 Tage genehmigt. Für die Folgeverordnung gilt diese zeitliche Begrenzung nicht mehr. Ihr Pflegedienst sollte sich um die rechtzeitige Bestellung und Weiterleitung der Verordnung kümmern. Die Versicherten oder der Pflegedienst müssen die notwendigen ärztlichen Verordnungen sofort mit Beginn der Pflege einreichen. Eine Folgeverordnung sollte drei Tage vor Ablauf der alten Verordnung vom Arzt ausgestellt werden, damit die Kassen diese noch rechtzeitig prüfen kann. In manchen Fällen wird durch den Besuch einer Pflegefachkraft der Krankenkasse geprüft, ob die verordnete Maßnahme notwendig ist. Zudem wird festgestellt, ob der Versicherte oder andere im Haushalt lebende Personen selbst in der Lage sind, die Maßnahme auszuführen (z. B. Blutdruck messen). In diesem Fall muss die Krankenkasse die Leistung nicht bezahlen.

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