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Was kostet Pflege?

  • Was kostet Heimpflege?
  • Was kosten 24 Stunden Pflege?

Heimpflege

Die Leistungen der Pflegeversicherung für die Stationäre Unterbringung decken die Kosten für das Pflegeheim nicht.

Die Pflegekasse übernimmt nur die Kosten für die Pflegeleistungen, abhängig vom Pflegegrad.
Gut ist es, wenn Ihre Eltern den hohen Eigenanteil mit ihrer Rente abdecken können.

Aus eigener Tasche müssen folgende (Hotel-) Kosten bezahlt werden:

  1. Unterbringung: Mietpreis für das Zimmer oder Apartment
  2. Verpflegung: Mahlzeiten und Getränke
  3. Investitionskosten: Damit zahlt der Heimbewohner alle anfallenden Instandhaltungsmaßnahmen für das Gebäude.

Der Eigenanteil ist abhängig von der Größe des Zimmers, den angebotenen Leistungen und dem Bundesland, in dem das Heim liegt. So kostet beispielsweise der Eigenanteil in einem Leipziger Heim rund 1200 €, in der Region München hingegen 2000 €.

Die AOK bietet einen Pflegeheim-Navigator an, in dem Sie sich gut einen ersten Kostenüberblick verschaffen können.

Seit 2017 zahlt der Heimbewohner mit Pflegegrad 2 bis 5 den gleichen Eigenanteil.
Der Eigenanteil steigt nicht mehr, wenn ein höherer Pflegegrad beantragt werden muss.

 

Hinweis: Bis auf ein Taschengeld von 109,08 Euro müssen Bewohner die gesamte Rente zur Deckung der Heimkosten verwenden.

Was tun, wenn Rente und Vermögen nicht reichen?

Sind Vermögen und Rente aufgebraucht, und es besteht kein Unterhaltsanspruch?

Dann bleibt nur der Antrag auf „Hilfe zur Pflege“, nach § 61 SGB XII.

Stellen Sie den Antrag auf Sozialhilfe im Pflegeheim, sobald Sie erkennen, dass Rente, Vermögen und Unterhaltsverpflichtungen die Heimkosten nicht decken werden. Denn: "Hilfe zur Pflege" wird erst ab dem Zeitpunkt ausgezahlt, an dem das Sozialamt über den Bedarf informiert wurde. Eine rückwirkende Auszahlung ist nicht möglich.

Die Sozialhilfe Leistung "Hilfe zur Pflege" steht grundsätzlich jedem bedürftigen Pflegebedürftigen zu.

Wann sind Kinder unterhaltspflichtig?

Voraussetzung für Sozialleistungen: Das Vermögen des Pflegebedürftigen muss bis auf 2.301,00 EUR aufgebraucht sein. Bei Verheirateten sind es 2.915,00 EUR des gemeinsamen Vermögens. Größere Vermögenswerte, die nachweisbar - aufgrund von Kontoauszügen oder Schenkungsurkunden - innerhalb der letzten 10 Jahre verschenkt wurden, müssen von den Beschenkten zurückerstattet werden und vom Pflegebedürftigen zunächst verbraucht werden, bis Sozialhilfeleistungen möglich sind.

Diese Regelung soll vor allem den Missbrauch von Sozialhilfeleistungen verhindern. Schenkungen werden unter bestimmten Voraussetzungen nicht zurückgefordert (z.B. Anstandsschenkungen, wie ein angemessener Geldbetrag zu besonderen Anlässen).


24-Stunden-Pflege

Bei einer 24-Stunden-Betreuung handelt es sich um häusliche Pflege. Für die Pflegekasse zählt nicht, wer die Pflege übernimmt.

Daher kann der Pflegebedürftige (mit Pflegegrad), oder ein Bevollmächtigter folgende Leistungen bei der Pflegekasse beanspruchen und für die 24-Stunden-Pflege nutzen:

 

Pflegegeld

Monatlich ausgezahltes Pflegegeld, der Betrag richtet sich nach dem Pflegegrad (z. B. bei Pflegegrad 3 =545,00 € monatlich)

 

Verhinderungspflegegeld
Jährlich derzeit 1.612,00 €. ( = 134,00 € monatlich)

 

Anspruch aus Kurzzeitpflege (ergänzend)
Jährlich derzeit 806,00 € ( = 67,00 € monatlich)

 

Beispielrechnung Pflegegrad 3

Pflegegeld= 545,00 € monatlich

Verhinderungspflegegeld = 134,00 € monatlich

Anspruch aus Kurzzeitpflege = 67,00 € monatlich

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Insgesamt: = 746 € monatlich Zuschuss von der Pflegekasse

 

Kosten 24-Stunden- Pflege rund 2200,00 € monatlich - 746 € Zuschuss

Selbst zu tragende Kosten = 1454,00 €

 

Wie funktioniert eine 24-Stunden-Pflege mit einer Pflegekraft daheim?

Die beauftragte Agentur entsendet eine Pflegehilfskraft zur pflegebedürftigen Person ins Haus. Die Pflegekraft wohnt mit im Haus bei freier Kost und Logis. Sie kümmert sich rund um die Uhr um die Pflege, führt parallel dazu den Haushalt. Zudem sollte sie für eine geistige Beschäftigung des Pflegebedürftigen sorgen und ihm, wenn das noch möglich ist, die Teilnahme am sozialen Leben ermöglichen.

Die Pflegekraft wechselt in einem festgelegten Turnus. Sie verbringt beispielsweise einen Monat im Haus des Pflegebedürftigen und fährt dann für  1 Monat nach Hause. Die Agentur kümmert sich um den Personalwechsel. Für die Pflegebedürftigen ist es natürlich schön, wenn sich immer wieder die gleichen Pflegepersonen abwechseln. Das sollten Sie im Vorfeld mit der Agentur klären.

 

Hilfreiche weiterführende Informationen finden Sie hier:

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