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REHA oder AHB

Um eine Anschlussheilbehandlung (AHV) oder ein Heilverfahren (HV) zu beantragen, gibt es 2 Möglichkeiten:

 

1. Möglichkeit: Anschlussheilbehandlung (AHB) nach einem Krankenhausaufenthalt

Die Anschlussheilbehandlung (AHB) ist eine Rehabilitationsmaßnahme, die unmittelbar an einen stationären Krankenhausaufenthalt erfolgt. Sie sollte sich übergangslos an den Krankenhausaufenthalt anschließen. Sie muss innerhalb von 14 Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnen.

 

Die Notwendigkeit der Anschlussheilbehandlung stellt der Krankenhausarzt fest. Der Sozialarbeiter im Krankenhaus prüft dann, welcher Sozialversicherungsträger für die Übernahme der Kosten zuständig ist und leitet den Antrag zur Bewilligung der Anschlussheilbehandlung weiter. Die Antragstellung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Patienten. Auch für Mitglieder der privaten Krankenkassen, übernimmt der Sozialdienst des Krankenhauses die Antragstellung und klärt die Kostenübernahme.

 

Ob eine Anschlussheilbehandlung in stationärer oder ambulanter Form verordnet wird, von der Art Ihrer gesundheitlichen Einschränkung und der körperlichen Gesamtverfassung des Patienten ab. Der Krankenhausarzt wird eine Empfehlung aussprechen, die Entscheidung liegt jedoch beim Kostenträger. Die Genehmigung hängt davon ab, ob die Diagnose in der Anschlussheilbehandlung -Indikationsliste des zuständigen Sozialversicherungsträgers enthalten ist.

 

Zu den Anschlussheilbehandlung -Indikationsgruppen gehören:

  • Herzen und des Kreislauf Krankheiten
  • Krankheiten der Gefäße
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • Degenerativ-rheumatische Erkrankungen und Zustand nach Operationen und Unfallfolgen an den Bewegungsorganen
  • Gastroenterologische Erkrankungen und Zustand nach Operationen an den Verdauungsorganen
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Krankheiten und Zustand nach Operationen an den Atmungsorganen
  • Krankheiten der Niere und Zustand nach Operationen an Nieren, ableitenden Harnwegen und Prostata
  • Neurologische Krankheiten und Zustand nach Operationen an Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven
  • Onkologische Krankheiten
  • Gynäkologische Krankheiten und Zustand nach Operationen

 

2. Möglichkeit: Heilverfahren (HV) ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt

Ist der behandelnde Arzt der Meinung, dass seine Möglichkeiten der Behandlung, die Erkrankung zu heilen bzw. ihr Fortschreiten zu verhindern ausgeschöpft sind, kann er eine medizinische Rehabilitation verordnen.

 

Neu: Jeder Vertragsarzt kann eine Reha verordnen.

Ab 1. April 2016 können alle Vertragsärzte eine medizinische Rehabilitation verordnen.

Sobald der Arzt die Notwendigkeit einer Rehabilitationsmaßnahme festgestellt hat, muss er einschätzen, wer die Kosten dafür trägt.

Wenn in der Arztpraxis noch nicht eindeutig festgestellt werden kann, wer als Kostenträger für die notwendige Rehabilitationsmaßnahme zuständig ist, oder wenn der Arzt vor der Antragstellung eine Reha-Beratung für erforderlich hält, wird nur Teil A des Formulars 61 „Beratung zu medizinischer Rehabilitation / Prüfung des zuständigen Rehabilitationsträgers“ ausgefüllt und vom Arzt an Ihre Krankenkasse übermittelt. Musterformular (nur zur Ansicht)

 

Wenn klar ist, dass die gesetzliche Krankenversicherung für die Rehabilitationsleistung zuständig ist, füllen Ärzte Teil B-D des Formulars 61 „Verordnung von medizinischer Rehabilitation“ aus.

 

Die Krankenkasse prüft anschließend, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Rehabilitation erfüllt werden und ob möglicherweise andere Kostenträger für Ihre Rehabilitation zuständig sind. In diesem Fall leitet die Krankenkasse den Antrag an den zuständigen Kostenträger weiter.

 

Zuzahlung: Die AHB eine Leistung der Krankenkasse. Patienten müssen 10 € pro Tag für maximal 28 Tage im Kalenderjahr aus eigener Tasche zahlen. Siehe auch Reha Leistungen

 

HINWEIS: Pflegende Angehörige haben Anspruch auf eine Rehabilitationsbehandlung  (Reha)

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